Keine Kündigung per SMS

 


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Wer in der Probezeit wirksam kündigen möchte, sollte das grundsätzlich in Papierform machen.


Kündigungen in der Probezeit sind sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer schnell und einfach umzusetzen. Eine SMS jedoch reicht grundsätzlich nicht aus.

Ein Mitarbeiter kam bereits zwei Wochen nach seinem Arbeitsbeginn (also noch in der Probezeit) nicht mehr zur Arbeit. Der Grund: Er hatte eine Autopanne. Da die Schadensbehebung wohl länger dauern würde, schickte er per SMS eine Nachricht, dass er bis auf weiteres nicht zur Arbeit erscheinen könne.

Der Arbeitgeber antwortete prompt – ebenfalls per SMS: Er möge doch die Arbeitskleidung zurückschicken. Seine Kündigung erhält er schriftlich per Post.

Strittig zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter war, ob die schriftliche Kündigung abgeschickt wurde und den Mitarbeiter erreicht hatte. Fakt war, dass der Mitarbeiter nach seiner SMS nicht mehr an seinem Arbeitsplatz erschien. Vielmehr meldete er sich bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend. Diese erkannte die SMS-Kündigung des Arbeitgebers jedoch nicht an.

Der Fall landete vor dem Arbeitsgericht Bochum, welches entschied, dass Kündigungen grundsätzlich in Papierform erfolgen müssen (Urteil vom 23.1.2013, Az. 5 Ca 1725/12). Das Unternehmen hatte allerdings Glück im Unglück, denn den Lohn für die unwirksame Kündigung musste es nicht nachzahlen.

Die Begründung der Richter: Der Mitarbeiter hätte erscheinen und signalisieren müssen, dass er wieder arbeiten könne und wolle. Er informierte seinen Arbeitgeber jedoch noch nicht einmal darüber, dass er wieder einsatzfähig war. Er war zwar noch angestellt, hatte aber keinen Anspruch auf seinen vergangenen Lohn.

Wer in der Probezeit wirksam kündigen möchte, sollte das daher grundsätzlich in Papierform machen.

Sabine Hockling


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